Gute Gründe, warum Rollenspiele für Kinder so wichtig sind

Donnerstag, 26. November 2020

Gute Gründe, warum Rollenspiele für Kinder so wichtig sind

Jedes Kind durchläuft die Phase, in der es Rollenspiele spielt und das ist gut. Meist geschieht das ab ungefähr zwei Jahren. Das ist nämlich die Zeit, in der sich die Kinder zum ersten Mal als eigene Person wahrnehmen. Im Spiel werden dabei wahrgenommene und erlebte Alltagssituationen nachgeahmt.

Genau durch diese Art von Spielen lernen Kindern enorm viel, sie probieren ihre Fähigkeiten aus und erforschen und experimentieren. Wenn die Kinder in verschiedenste Rollen schlüpfen, ob Ritter, Prinzessin, Mutter, Vater, Bandit oder Superheldin, dann legen sie hier bereits das Fundament für die Entwicklung wichtiger Fähigkeiten für das spätere Leben:

Kreativität und Phantasie werden gefördert

Vorgetäuschtes Spiel hilft Kindern dabei, ihre kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten auf natürliche Weise zu entwickeln und zu nutzen. Indem sie ihre Vorstellungskraft regelmäßig einsetzen, entwickelt sich nicht nur die Kreativität, sie lernen auch, selbstständig zu denken. In einer Gesellschaft, in der wir so sehr auf Schulergebnisse bedacht sind, ist es umso wichtiger, einen Raum zu schaffen, in dem Kinder sich frei ausdrücken und in einem magischen Reich der Möglichkeiten leben können. Schon Einstein soll gesagt haben, dass Fantasie wichtiger als Wissen ist, denn das Wissen ist beschränkt auf das, was wir wissen und verstehen. Die Vorstellungskraft aber umfasst die ganze Welt und alles, was es je zu wissen und verstehen geben wird.

Die soziale und emotionale Entwicklung wird gefördert

Kinder entwickeln durch Rollenspiele Einfühlungsvermögen, weil sie sich dabei in die Lage anderer Personen versetzen. Sie lernen so, bestimmte emotionale Situationen zu erfassen und zu verstehen. Wenn Kinder vorgeben, jemand anderes zu sein, oder Gegenstände als etwas anderes benutzen, experimentieren sie mit verschiedenen sozialen Situationen und Emotionen. Sie lernen, miteinander zu interagieren, zu kooperieren und zusammenzuarbeiten, um zu spielen. Außerdem lernen sie, sich an Regeln (die sie selbst aufgestellt haben) zu halten.

Verarbeitung von Konflikten und Ängsten

In der sicheren Umgebung eines Rollenspiels können sich Kinder ausdrücken und Ängste oder Befürchtungen verarbeiten und überwinden. Außerdem lernen sie dabei, Konflikte zu erkennen und eine Lösung zu finden.

Kommunikation und Sprache verbessern sich

Kinder sind erstaunlich gut darin, Wörter aufzuschnappen, die wir verwenden, oder die sie durch LehrerInnen, Freunde und andere Erwachsene gehört haben. Vorgetäuschtes Spiel hilft ihnen, die Macht der Sprache zu verstehen und zu lernen, wie man all die vielen Wörter in verschiedensten Szenarien verwendet.

Außerdem werden sie dazu ermutigt, zuzuhören, was gesagt wird. Je mehr verschiedene Spielszenarien Kindern zur Verfügung stehen, desto mehr neue Wörter können sie im jeweiligen Kontext (einkaufen, reisen, im Zoo ...) ausprobieren.

Entwicklung der Lern-, Denk- & Problemlösungsfähigkeiten

Es liegt in der Natur des phantasievollen Spiels, dass die Kinder entscheiden müssen, was sie spielen wollen, mit wem, wie die Regeln lauten, was sie zum Spielen brauchen und was sie tun werden, wenn etwas schief geht. Natürlich erfordern all diese Dinge kognitives Denken, eine Fähigkeit, die sie für den Rest ihres Lebens nutzen werden.

Unterstützt die körperliche Entwicklung

Laufen, springen, klettern, tanzen, vorgeben, eine Entdeckerin zu sein auf der Suche nach neuen Ländern oder ein Pirat – bei Rollenspielen täuschen Kinder nicht nur im Kopf vor, jemand anderes zu sein. Sie nutzen den ganzen Körper, spielen die Handlungen nach und bewegen sich. Dieses körperliche Spiel ist eine hervorragende Möglichkeit, die eigenen motorischen Fähigkeiten zu erforschen und zu entwickeln. Schon so einfache Dinge wie das Wechseln eines Puppenkleides oder das Bauen eines Turms mit Bauklötzen schulen die Feinmotorik.

Besseres Verständnis für die Welt

Indem Kinder alle möglichen Situationen, die ihnen begegnen, nachspielen, versetzen sie sich selbst in diese Lage. Dadurch erhalten sie ein besseres Verständnis für die Welt.

Am besten unterstützen Sie Ihre Kinder bei Rollenspielen, indem Sie einfach selbst mitspielen. Ihr Kind will Arzt spielen? Dann seien Sie der Patient oder die Patientin und lassen Sie sich untersuchen.

Natürlich ist es auch gut, wenn das Kind verschiedene Utensilien für verschiedene Rollen zur freien Auswahl hat, vom Arztkoffer über die Kinderküche bis hin zur Sandkiste. In diesem Sinne: wir wünschen Ihrem Kind viel Spaß beim Spielen der verschiedensten Rollen.